2020 Vereinsreise ins Fürstentum Liechtenstein

Kleindöttingen (sk) – Am 21./22. August erkundeten 18 Turner der Männerriege Eien-Kleindöttingen unser Nachbarland und sechstkleinsten Staat der Erde.

Um viertel nach sechs in der Früh besammelte sich die Mannschaft in ihren grünen Vereins-T-Shirts bei der KW-Software, wo Reiseleiter Marco sie mit Kaffee, Gipfeli und Weisswein begrüsste. Marcel musste Corona-bedingt noch zuhause ausharren, bis das negative Testergebnis seines Sohnes eintraf und später mit dem Privatauto nachreisen.

Das Postauto der Erne Bus AG, das sie zwei Tage herumchauffierte, stand schon zum Einsteigen bereit. Ohne Maskenpflicht und Umsteigen genossen sie die Fahrt gen Osten, dazu ein Gläschen Weisswein und ofenfrisches Brot vom Beck. In Vaduz hiess es aussteigen, auch für den Chäs-König. Ob er am frühen Morgen noch nicht richtig wach war, als er in die Wanderschuhe stieg, weiss niemand, aber seine Treter an den Füssen hatten jedenfalls schlapp gemacht. Die Ersatzturnschuhe waren aber leider auch schon lebensmüde. Im Ländle schlürften die Herren nochmals einen Kaffee und genehmigten sich das zweite Gipfeli damit auf der bevorstehenden Führung ja keine Müdigkeit aufkommen sollte.

Das unbekannte «Nachbarländle»

Ein Guide bestückte jeden mit einem Headset und erklärte ihnen auf der zweistündigen Tour viel Wissenswertes über die Geschichte, die Monarchie und die Demokratie, die eigentlich keine richtige ist, denn der Fürst hat immer das letzte Wort. Nach einer Stärkung im Landgasthaus Au im «Städtle» machten sie sich wieder auf Erkundungstour. Diesmal auf dem Liechtensteinweg in Begleitung einer Tourguide. Bei Sommerhitze erkundeten sie die Alte Rheinbrücke und spazierten dem Rhein entlang am Fussballstadion vorbei zur Hofkellerei. Dort besichtigten sie zuerst das Weingut und gönnten sich danach die Weindegustation «Prinzessin Maries Lieblingsweine». Ein Schaumwein, zwei Weissweine und zwei Rotweine flossen ihre Kehlen hinunter, aber die Landweine des unteren Aaretals munden den Herren doch viel mehr.


Blechschaden, Polizei und Verspätung

Auf dem Parkplatz wurde das Postauto so zugestellt, dass zuerst einige Autos einer Hochzeitsgesellschaft umparken mussten. Der Chauffeur stellte dann den gelben Schlitten kurz auf die Strasse, um die Herren einsteigen zu lassen. Ein entgegenkommendes Fahrzeug schätzte den Bus wohl schmäler ein, touchierte diesen und fuhr einfach weiter. Die gerufene Polizei ermittelte den einheimischen Unfallverursacher anhand des Kontrollschildes und etwa anderthalb Stunden später konnte die Männerriege dann endlich weiterfahren nach Malbun, wo sie im Hotel Galina schon erwartet wurden. Nach einer erfrischenden Dusche trafen sie sich zum wohlverdienten Nachtessen.

Eifersüchtiges Adlerweibchen Taiga

Nach dem Frühstück machten sie Bekanntschaft mit Norman Vögeli und seinem Steinadler «Taiga» von der Falknerei Galina. Der Sessellift beförderte sie hoch auf das Sareis und auf dem gemütlichen Fussmarsch hinunter bestaunten sie die lautlosen und majestätischen Flugkünste des 5 kg schweren Adlers mit einer Spannweite von 2,20 Metern. Die Männer erfuhren Erstaunliches über diesen Raubvogel, der Norman als sein Eigen und Normans Partnerin als Konkurrenz betrachtet. Seine Frau darf nie dabei sein, wenn er Taiga oder deren Tochter fliegen lässt, denn sie würden sie brutal attackieren. Ein Adler tötet mit seinen ausserordentlich kräftigen Zehen und Krallen problemlos einen Steinbock von bis zu 75 kg, indem er diese in die Schädeldecke schlägt und das Gehirn zerdrückt. Seine kleinsten Beutetiere sind Murmeltiere, von denen er aber nie gebissen werden darf, den dies wäre sein sicherer Tod. In Siedlungsnähe lässt Norman seine Adler nicht mehr fliegen, da sie auch Hunde und Katzen jagen würden. Von 300 Adlerjungen überleben jährlich nur gerade 5-10 das erste Lebensjahr.

Regen macht nicht nur schön, sondern auch pudelnass

Auf dem letzten Abschnitt talwärts kamen zu den Nebelschwaden auch Regenwolken und niederprasselnde Regentropfen. Als die Männer unten ankamen waren sie klitschnass und mussten sich im Bus erst mal umziehen. Der Regen liess wieder nach, sodass sie einigermassen trocken wieder mit dem Sessellift hochfahren konnten zum Mittagessen, drinnen anstatt draussen. Wegen unsicherem Wetter nahmen alle wieder auf dem Sessellift Platz und schwebten gemütlich hinunter zur Falknerei, wo sie auf die Terrasse auch Habichte, Uhu, Bussarde, Falken und Kohlraben aus nächster Nähe erleben konnten. Nach dieser imposanten Greifvogelschau spazierten sie zur Alp Pradame für einen Zvieri mit halbhartem Malbuner Alpkäse, Malbunerli Weichkäse und Sauerkäse.
Danach hiess es: Alle einsteigen, wir fahren wieder nach Hause. Zurück in Kleindöttingen liessen den Tag im Bistro noch gemütlich ausklingen. Ein grosses Dankeschön gilt Marcel und Marco, die erneut eine erlebnis- und abwechslungsreiche Reise organisiert haben.

Bericht: Silvia Kaiser

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